Kurze Antwort: Eine Dokumentation der Abschottungen hält für jede Leitungsdurchführung fest, wo sie liegt, welches Abschottungssystem mit welchem bauaufsichtlichen Nachweis eingebaut wurde, welche Feuerwiderstandsfähigkeit es hat, wer es wann errichtet hat und wie es nach dem Einbau aussieht. In der Bauphase führt sie meist der Generalunternehmer oder der Brandschutzfachbetrieb, nach der Übergabe der Betreiber.

Ist eine Dokumentation der Abschottungen in Deutschland vorgeschrieben?

Ein eigenes Verzeichnis aller Abschottungen schreiben weder die Musterbauordnung (MBO) noch die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) ausdrücklich vor. Die bauaufsichtlichen Nachweise der Abschottungen verlangen aber Nachweise am Bauteil und auf Papier. Allgemeine Bauartgenehmigungen des DIBt sehen zum Beispiel ein Schild neben jeder Abschottung und eine Übereinstimmungserklärung des Errichters für den Bauherrn vor.

Maßgeblich ist immer die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes, denn die MBO ist das Muster, an dem sich die Länder orientieren. Nach § 40 Abs. 1 MBO dürfen Leitungen durch raumabschließende Bauteile mit vorgeschriebener Feuerwiderstandsfähigkeit nur hindurchgeführt werden, wenn eine Brandausbreitung ausreichend lang nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen dagegen getroffen sind. Wer das später belegen will, braucht für jede Abschottung nachvollziehbare Angaben.

Sie kennen das: Bei einer Begehung mit der Bauaufsicht fragt jemand, wie die Leitungsdurchführungen in einem bestimmten Brandabschnitt verschlossen wurden. Ohne Dokumentation muss jemand Unterdecken öffnen oder sich auf sein Gedächtnis verlassen. Mit einer vollständigen Dokumentation haben Sie die Antwort sofort, weil jede Abschottung mit Foto, System und Errichter erfasst ist.

Eine solche Dokumentation ergänzt die vorgeschriebenen Nachweise, also das Kennzeichnungsschild am Bauteil und die Übereinstimmungserklärung. Sie verbindet beides mit der Lage im Plan, damit auch nach Jahren klar ist, welche Erklärung zu welcher Abschottung gehört.

Welche Angaben gehören zu jeder Abschottung?

Für jede Abschottung sollten Sie mindestens die Lage im Plan, die Art der Leitungsdurchführung, das Abschottungssystem mit der Nummer des Nachweises, die Feuerwiderstandsfähigkeit, den Errichter, das Einbaudatum und ein Foto erfassen. Mit diesen Angaben können Bauaufsicht, Betreiber oder ein neues Unternehmen jede Abschottung finden und beurteilen, ohne Bauteile zu öffnen.

AngabeBeispielWarum Sie sie brauchen
Eindeutige NummerAS-0142Verbindet die Abschottung vor Ort mit der Dokumentation
Lage im PlanBauteil B, 2. OG, Trennwand zu Flur 2.04Auffinden ohne Suchen
Art der LeitungsdurchführungKabeltrasse mit KabelbündelBestimmt, welches System zulässig ist
System und NachweisKombiabschottung nach aBG Z-19.53-xxxxPrüfbar gegen die Bauartgenehmigung oder das Prüfzeugnis
FeuerwiderstandsfähigkeitfeuerbeständigMuss zum durchdrungenen Bauteil passen
Errichter und DatumBrandschutzfachbetrieb, Oktober 2026Wer ist ansprechbar und seit wann
Fotos vorher und nachherOffene Durchführung, danach verschlossenNachweis der Ausführung

Das Foto nach dem Verschließen ist der wichtigste Teil, weil eine Abschottung oft hinter einer Unterdecke oder in einem Schacht verschwindet. Ein Foto vor dem Verschließen zeigt zusätzlich, wie groß die Öffnung war und welche Leitungen hindurchführen, sodass sich die Ausführung später besser beurteilen lässt.

Wer führt die Dokumentation während der Bauphase und danach?

In der Bauphase führt in der Regel der Generalunternehmer oder der beauftragte Brandschutzfachbetrieb die Dokumentation, und die TGA-Gewerke ergänzen ihre Leitungsdurchführungen. Nach der Übergabe übernimmt der Bauherr beziehungsweise der Betreiber die Dokumentation, weil er die Abschottungen während der Nutzung in ordnungsgemäßem Zustand halten muss.

PhaseWer stellt die Leitungsdurchführung herWer schottet abWer führt die Dokumentation
BauphaseTGA-Gewerk (Elektro, HLS)Errichter der Abschottung oder BrandschutzfachbetriebGeneralunternehmer oder Brandschutzfachbetrieb
ÜbergabeRestarbeiten der TGA-GewerkeErrichter der AbschottungGeneralunternehmer übergibt mit den Übereinstimmungserklärungen an den Bauherrn
Nutzung und UmbauInstallateur oder eigene HaustechnikBrandschutzfachbetrieb oder geschultes eigenes PersonalBetreiber

Im UMC Utrecht, einem der größten Krankenhäuser der Niederlande, wird ständig umgebaut. Kleine Öffnungen verschließt die eigene Betriebsfeuerwehr, große Umbauten übernimmt der Brandschutzbetrieb HooVos. Jan Linnebank, Projektmanager für sichere Arbeitsumgebung, sagt dazu: „Kleine Öffnungen verschließt unsere eigens dafür ausgebildete Betriebsfeuerwehr selbst.“ Beide Parteien arbeiten in derselben Dokumentation, sodass das Krankenhaus der Feuerwehr jederzeit den vollständigen Überblick geben kann.

Papier, Excel oder digitale Dokumentation: Was ist der Unterschied?

Eine digitale Dokumentation erfasst jede Abschottung direkt auf der Baustelle, mit Foto und Lage im Plan, während eine Papier- oder Excel-Liste meist nachträglich im Büro ergänzt wird. Dadurch ist die digitale Variante aktueller, besser durchsuchbar und weniger von einer einzelnen Person abhängig, die alle Angaben zusammenträgt.

Papier oder ExcelDigitale Dokumentation in Ed Controls
ErfassungNachträglich im BüroDirekt auf der Baustelle, auch offline
LageBeschreibung als TextMarkierung im Plan
NachweisEinzelne Fotos in einem OrdnerFotos direkt an der Abschottung
VerantwortlichkeitOft nicht festgehaltenFür jede Abschottung ein Verantwortlicher
StatusUnklarErstellt, Gestartet, Abgeschlossen
ÜbergabeDateien zusammensuchenExport als Bericht

Fire Prevent, ein niederländisches Unternehmen, das Abschottungen erfasst und für seine Kunden dokumentiert, hat auf digitales Arbeiten umgestellt. Jessica van de Braak von Fire Prevent sagt: „Das Logbuch schicken wir einfach per E-Mail weiter.“

Wie bauen Sie die Dokumentation in Ed Controls auf?

Ed Controls, eine Software für Qualitätssicherung und Projektmanagement im Bau, legt jede Abschottung als Ticket an einer festen Stelle im Plan an. Jedes Ticket erhält eine eindeutige TicketID, Fotos, das verwendete Produkt, die Feuerwiderstandsfähigkeit und einen Verantwortlichen. Zusammen bilden diese Tickets die Dokumentation, die Sie als Bericht exportieren.

  1. Laden Sie die Pläne mit den Brandwänden und den übrigen raumabschließenden Bauteilen hoch.
  2. Legen Sie für jede neue Leitungsdurchführung ein Ticket an der richtigen Stelle im Plan an. Das Ticket hat dann den Status Erstellt.
  3. Weisen Sie das Ticket dem Errichter der Abschottung als Verantwortlichem zu. Das Ticket wechselt auf Gestartet.
  4. Der Errichter verschließt die Durchführung, ergänzt Fotos, Produkt und Nachweisnummer und setzt das Ticket auf Abgeschlossen.
  5. Exportieren Sie die Dokumentation als Bericht, zur Übergabe oder wenn Bauaufsicht oder Feuerwehr danach fragen.

Das UMC Utrecht druckt die TicketID auf einen Aufkleber, der neben der Abschottung angebracht wird. Geht der Aufkleber verloren, finden Sie die Abschottung über den Plan in Ed Controls trotzdem wieder. In Deutschland ergänzt ein solcher Aufkleber das Kennzeichnungsschild, das zum Beispiel eine allgemeine Bauartgenehmigung verlangt, ersetzt es aber nicht. Mehr dazu lesen Sie in der Referenz Brandschutzdokumentation bei der Uniklinik Utrecht.

Für wen ist eine digitale Dokumentation der Abschottungen geeignet?

Eine digitale Dokumentation der Abschottungen lohnt sich überall dort, wo mehrere Unternehmen Leitungsdurchführungen herstellen und verschließen oder wo ein Gebäude häufig umgebaut wird. Für Fragen zum Brandschutzkonzept ist sie dagegen nicht gedacht, weil sie die Ausführung dokumentiert und keine Planung ersetzt.

Geeignet für:

  • Generalunternehmer, die Leitungsdurchführungen mehrerer TGA-Gewerke und Brandschutzfachbetriebe koordinieren
  • Brandschutzfachbetriebe, die Abschottungen für ihre Kunden errichten und dokumentieren
  • Betreiber von Krankenhäusern, Schulen und Bürogebäuden, in denen oft umgebaut wird

Weniger geeignet für:

  • Unternehmen, die nur ein Brandschutzkonzept oder eine einmalige Brandschutzberatung suchen

Häufige Fragen

Wer erhält die Übereinstimmungserklärung für eine Abschottung?
Nach den allgemeinen Bauartgenehmigungen des DIBt stellt das Unternehmen, das die Abschottung errichtet, für jedes Bauvorhaben eine Übereinstimmungserklärung aus und übergibt sie dem Bauherrn. Der Bauherr leitet sie bei Bedarf an die Bauaufsichtsbehörde weiter. Welche Unterlagen genau gefordert sind, steht im jeweiligen Nachweis der Abschottung.

Wie lange sollten Sie die Dokumentation der Abschottungen aufbewahren?
Eine feste Frist für eine solche Dokumentation nennen MBO und MLAR nicht. Sinnvoll ist es, sie so lange zu führen, wie das Gebäude genutzt wird, weil die Abschottungen während der gesamten Nutzung in ordnungsgemäßem Zustand bleiben müssen. Jede neue oder geänderte Leitungsdurchführung gehört dazu, auch bei späteren Umbauten.

Reicht eine Excel-Liste als Dokumentation?
Eine Excel-Liste kann als Dokumentation dienen, ihr fehlt aber meist die Verbindung zwischen Foto, Lage im Plan und Verantwortlichem. Bei einer Begehung müssen Sie Fotos und Pläne dann erst zusammensuchen. Eine digitale Dokumentation in Ed Controls hält diese Verbindung direkt auf der Baustelle fest, sodass jede Abschottung über eine Nummer auffindbar ist.

Was ist ein TicketID-Aufkleber?
Ein TicketID-Aufkleber trägt die eindeutige Nummer einer Abschottung und wird neben ihr an Wand oder Decke angebracht. Wer den Aufkleber sieht, findet über diese Nummer in Ed Controls die Fotos, das Produkt und den Verlauf der Abschottung. Das vorgeschriebene Kennzeichnungsschild ersetzt der Aufkleber nicht, er ergänzt es.

Muss die Feuerwehr die Dokumentation einsehen können?
Bauaufsicht und Brandschutzdienststelle können je nach Bundesland bei Prüfungen oder einer Brandverhütungsschau nachfragen, wie Abschottungen ausgeführt wurden. Eine aktuelle Dokumentation ist dafür der schnellste Weg, weil Sie für jede Abschottung Foto, System und Errichter zeigen können. So muss niemand eine Unterdecke oder einen Schacht öffnen.

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Quellen

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026